Stellungnahme des Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden zum Prozessbeginn 16.09.2010

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  • Gut ist, dass der Prozess stattfindet. Alles andere wäre undenkbar gewesen.
  • Es darf nicht sein, dass ein Minderjähriger in Deutschland einfach  losziehen darf,  15 Menschen ermordet und es ergeht lediglich ein Strafbefehl wegen einer Ordnungswidrigkeit  gegen denjenigen, der die  Waffe nicht ordnungsgemäß gesichert hat.
  • Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass der Angeklagte in diesem Verfahren nicht der Täter, sondern der Vater des Täters ist.

    Deshalb wird die Fragestellung sich auch nicht unmittelbar auf die Tat, sondern auf die Verantwortung, die der Angeklagte für seinen minderjährigen Sohn hatte, konzentrieren.

  • Wir sind weit davon entfernt, Rache nehmen zu wollen.

    Wollten wir dies, so würden wir handeln, wie der Täter, der sich für subjektiv empfundene Kränkungen an denen, die er für schuldig hielt, rächen wollte.

  • Es kommt also nicht auf ein bestimmtes Strafmaß an – das ist Entscheidung des Gerichts.
  • Es kommt vielmehr darauf an, dass in einem öffentlichen Verfahren dieser Staat Stellung bezieht zu dem, was er unter Verantwortung versteht.

    Verantwortung von Eltern für ihre Kinder, Verantwortung des Staates für seine Bürger.

  • Es wird dies ein für alle Angehörigen und Verletzten sehr belastender Prozess sein.  

    Es wird alles, was geschehen ist nochmals durchlebt werden müssen, jede Wunde wird erneut aufgerissen werden.

    Dennoch ist das alles unverzichtbar um mit dem, was vor eineinhalb Jahren geschah, leben zu können.