Derzeit läuft beim Landgericht in Stuttgart der Prozess gegen den Vater des Amokschützen. Weil er seine Waffe falsch gelagert haben soll und seinem Sohn somit möglicherweise Zugang zur Pistole verschafft hat, droht dem Geschäftsmann eine empfindliche Strafe. Derzeit ist noch nicht klar, ob der Vater auch wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen wird. Auch in diesen Tagen fragen sich neben den Eltern der Opfer und dem Vater selbst wohl wieder Tausende von Menschen: “Warum musste es so weit kommen?”. Der jüngste Amoklauf von Lörrach hat die Frage wieder in den Fokus gestellt, was man präventiv tun kann, um solche schrecklichen Taten zu verhindern.
Der Amokschütze war damals Mitglied in der KWICK! Community. Auch er schrieb in Foren über Themen wie “Amoklauf” oder “”Noch eine Woche zu leben – was ist wichtig?”. Themen, in denen sich Mitglieder unter den Augen von Moderatoren ernsthaft und bewusst austauschen. Gesprächsbedarf scheint es unverändert zu geben, denn noch immer werden diese Themen täglich in Foren und Clans auf KWICK! diskutiert.
Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen Gewalt an Schulen zu kämpfen, sowie dem Kreisjugendring (Rems-Murr) startet KWICK! den Versuch, direkt in der Community entsprechende Anlaufstellen zu schaffen. Mitglieder, Betroffene, Besorgte oder auch jene, die mit ihrer Situation an der Schule oder im Privatleben nicht zurechtkommen, sollen hier unter den Augen professioneller Mitarbeiter einen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen können.
Auch der Dialog mit Jugendlichen über die umstrittenen gewalthaltigen Computerspiele soll über die KWICK! Online-Plattform geführt werden. Der Pressesprecher des Aktionsbündnisses, Carlos Bolesch, ist froh über diese Möglichkeit der Kommunikation „Bisher wurde viel zu abgehoben und ausschließlich mit wissenschaftlichen Argumenten diskutiert. Nun haben wir innerhalb der Community die Möglichkeit mit Jugendlichen zu reden, die auch untereinander unterschiedliche Meinungen zu dem Thema haben.“
Die derzeit größte Interessensgruppe auf KWICK! zum Thema Amoklauf Winnenden mit knapp 10.000 Mitgliedern wird deshalb künftig vom Aktionsbündnis sowie dem Kreisjugendring betreut und verwaltet. Hier sollen interessante, gewaltpräventive Projekte und Aktionen vorgestellt werden. Zugleich können sich Interessierte und Betroffene an die Clangründer wenden oder Fragen im Forum stellen. Die Mitglieder, die den Clan betreuen, sind sowohl pädagogisch, wie auch fachlich und sogar seelsorgerisch geschult und bieten somit eine Anlaufstelle für jeden, den dieses Thema beschäftigt.