Aufbruch in Winnenden

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Hardy Schober sitzt in dem Gebäude, in dem am 11. März 2009 seine Tochter Jana getötet worden ist. Sie besuchte damals die neunte Klasse der Albertville-Realschule Winnenden.

Zweieinhalb Jahre später ist der Schauplatz des schrecklichsten Verbrechens in der Geschichte des Landes kaum mehr wiederzuerkennen.


"Dass die Schulgemeinde zurückgefunden hat, ist eine große Leistung", lobt Schober. Auch er ist überzeugt, dass die Rückkehr an den angestammten Platz richtig ist: "Es wäre den getöteten Kindern nicht recht, wenn die Schule abgerissen worden wäre." Jenes Klassenzimmer, in dem Hardy Schobers Tochter erschossen wurde, bleibt verschlossen. An der Wand steht ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: "Man sieht nur mit dem Herzen gut." Hier wird ein Gedenkraum eingerichtet, zugänglich nur für Angehörige und die Schulgemeinde, "nicht für die Öffentlichkeit", versichert Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

 

Ein zweiter betroffener Raum wurde zur Bibliothek. Ein Chemiesaal, gleichfalls Tatort, heißt jetzt "Klamottenzimmer", weil dort von Schülern einer Lernfirma T-Shirts produziert werden. Das Haus der Geschichte in Stuttgart hat all das, worauf Spuren des Amoklaufs zu finden waren, im Depot verwahrt, zerschossene Türen und eine Tafel etwa.